Archiv für November 2007

ja, ja, die Jugend

Die gemeine Landjugend tendiert nach rechts. Kein Wunder, konnte sie doch stets darauf bauen, dass ihre Umgebung ihr ein Beispiel an Hoffnungslosigkeit war. In viehischer Dummheit wuchs sie auf, eine Schafherde als Vorbild. Kann man ihr deswegen böse sein? Es fällt schwer. Hatte sie doch stets mit ansehen müssen, wie ihr die Erwachsenen ein Vorbild im Vorleben einer Katastrophe waren. Vom Staat hatte sie nichts zu erwarten, deswegen suchte sie nach Auswegen. Wie alle Jugendlichen suchte auch sie nach Lösungen, um aus der tristen Hoffnungslosigkeit auszubrechen. Manche wenigstens.

Jene, die ihre Zukunft nicht darin sahen, mit den Dörflern im „Gasthaus Duckmäuserich“ um die Wette zu lallen, erhofften sich eine andere Perspektive. Und die fanden sie nun endlich im „rechts sein“. Nicht so normal rechts, wie ihre dumpfbäckigen Alten, nein, sie wollten sich ja absondern, und wurden deswegen ganz besonders rechts. Mit schwarzen Jacken, und schwarzen Hosen laufen sie durch ihre Dörfer. Endlich haben sie einen Weg und einen Stil gefunden, der sie abhebt, und in dem sie ihre Rebellion zum Ausdruck bringen können. Endlich Hoffnung. In ihrer jugendlichen Blindheit, die nun mal den meisten Jungen zuteil ist, merken sie den Holzweg nicht, den sie damit nun auch wieder beschreiten. Sie merken nicht, dass sie jenem tristen Leben und jener grauen Realität, der sie zu entkommen suchen, eigentlich noch Vorschub leisten. Ein Trauerspiel.

wie Steine

Die Bösen wählen, das haben sie getan
den Schlechten haben sie das Sagen überlassen,
die Guten werden verspottet.

Hat es euch gejuckt wie es uns dabei geht?
Habt ihr je euer Herz gefragt, statt euer verkommenes Gehirn?

Ihr redet von Freiheit, doch die einzige Freiheit die ihr wagt ist die Freiheit der Investitionen.
Sklaven sollten nicht von Freiheit reden, und Sklaven sollten Freiheit auch nicht bewachen.

Nur ein Freier kann die Freiheit verteidigen,
nur ein Weiser kann von Recht sprechen.
Eure Weisen sprechen vom Geld, doch sie verkaufen uns für blöd.

Denkt ihr wir merken nicht was gespielt wird?
Unsere Augen sind offen, auch wenn euch das nicht gefällt.
Ihr könnt euren Betrug nicht hinter schönen Worten verstecken.

Euer Vorteil ist die Blindheit der Masse,
die wie Kühe dahingrast.
Sie sind es, denen ihr eure Macht verdankt,
doch ihr saugt sie aus wie die Spinnen.

Dass ihr euren Anblick noch im Spiegel ertragt ist kein Wunder,
denn ihr habt kein Herz.
Ihr seid kalt und gefühllos wie Steine.

der Unterschied

Was macht es aus anders zu sein? Was ist der Unterschied zuwischen mir und ihnen?
Ist es das Denken, das Fühlen?
Ist es die Einstellung?

Für das Gute im Menschen zu stehen? Doch was ist gut?
Ist es gut kein Fleisch zu essen?
Ist es gut Pazifist zu sein?
Ist es gut Internationalist zu sein?

Gut ist kein Täter zu sein. Gut ist zu leben, und andere zu tollerieren.
Gut ist sein Handeln für eine Zukunft zu setzen, die uns allen dient.
Gut ist es sich nicht zum Sklaven machen zu lassen.
Gut ist es ein Werkzeug der Hoffnung zu sein -
der Hoffnung für das Leben.

ja, ja,

Manche Dinge scheinen sich immer wieder zu bewahrheiten. Allerdings ist es nicht immer lustig recht zu behalten.

der Bonker

es musste sein

Ausschau nach Michel

Nun ist es raus. Alle wichtigen Medien berichten davon, deswegen soll das Thema auch hier nicht ausgelassen werden. Der deutsche Autofahrer, das typischste aller unserer Wahrzeichen, ist ins Visier der Fahnder geraten. Während er nichtsahnend über bundesdeutsche Autobahnen fährt, wird er von findigen Polizisten aus dem Auto heraus gescannt. Sein Kennzeichen wird mit internen Datenbanken verglichen, und dort wird z.B. nach unangemeldeten Nummern gesucht.

Heutzutage ist das anders: Nun ist immer Fahndungstag, rund um die Uhr, 365 Tage lang, aber es merkt keiner; die Autos werden nämlich nicht mehr aus dem Verkehr herausgewunken, sondern einfach per Videokamera gefilmt, die Kamera ist mit Computersystemen gekoppelt, die Beobachtungen können sofort sortiert und ausgewertet werden; im Fall eines Kennzeichen-Treffers gibt es Alarm.


klick mich

Die Datenschützer unter uns finden das nicht so toll. Ist es doch ihr Job zu verhindern, dass alles über alle bekannt wird (wenigstens nicht für alle). Nun ist der Michel ins Auge des allgegenwärtigen großen Bruders geraten. Au weia! Ist ja nicht weiter schlimm, sagen Behörden. Schließlich müssen die Bösewichte ja irgendwie gefunden werden, wenn man denn welche sucht.

es ist nichts gewesen

Ich seh‘ euch noch vor mir, damals mit langen Haaren.
Wir waren so jung – unwissend
lebten in den Tag als wäre er Honig,
süß und cremig.

Ich dachte es würde immer so bleiben,
WIR würden immer so bleiben.
Gerecht, kämpfend für eine gute Sache,
der Welt entgegen.

Doch es kam anders – IHR seid jetzt anders.
Wenn wir uns treffen ist es als ob wir an uns vorbeigelebt hätten,
als ob wir zu verschiedenen Gattungen gehörten.
Dabei ist so viel geschehen – auch mit uns.

Warum musstet ihr so werden wie eure Eltern?
Warum habt ihr euer damaliges Ich einfach weggeworfen?
Hat man das von euch verlangt?
Und falls ja, warum habt ihr das zugelassen?

Warum seid ihr so verdammt erwachsen geworden?

The Corporation Teil 1


Der Film bekam auf Filmfestivals 31 Preise, und ist absolut sehenswert. Bei Zweitausendeins gibt es ihn auch mit deutschen Untertiteln (und nur da). Mehr Infos gibts hier:
www.thecorporation.de

The Corporation Teil 2


Teil 2 des Films.

Münte verpiss dich…

Muente

…keiner vermisst dich. Bis auf deine Spießerfreunde aus der Partei, und denen aus der CDU, der du auch immer gute Dienste erwiesen hast. Du hast uns Deutsche doch stets daran erinnert, dass die SPD eine Verräterpartei ist, der das Anliegen der Arbeiter doch schnurz ist. Du hast uns gezeigt wie sich Macht verselbstständigt, und wie sie zum Selbstzweck werden kann. Doch nicht ganz Selbstzweck, wohl doch viel mehr zum Zweck der Wirtschaft und des Geldes, derjenigen, die sowieso schon immer das Sagen hatten. Münte, ich bin froh dass du weg bist. Und auch wenn ich weiß, dass an deiner Stelle sofort wieder ein anderer Kopf nachwächst, der dir in nichts nachsteht, so bin ich doch glücklich deinen Anblick nicht mehr so oft in der Glotze ertragen zu müssen. Danke!